Programm zur Förderung der Zusammenarbeit von Schule und Sportverein

Schwerpunkt: Breiten- und Freizeitsportangebote

Die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen ist im Sportkreis Region Kassel, wie im ganzen Land Hessen und auch in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt, seit jeher ein allgegenwärtiges Thema.
Es ist festzustellen, dass schon viele Jahre und Jahrzehnte hervorragende Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen in deren Einzugsgebieten bestehen, meist gelebt und gestaltet von Vereinsübungsleitern und -trainern, die zugleich Lehrer oder Lehrerinnen an den Schulen sind, und umgekehrt. Vor allem in ländlichen Gegenden sind solche Partnerschaften bis heute noch gang und gebe.


Anders sieht es in den Ballungsgebieten aus. Dort ist die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen ungleich seltener und auch schwieriger, allenfalls in Stadtteilen und in den Randbereichen der Städte gibt es noch - meist gewachsene - Kooperationen. Dies liegt darin begründet, dass die Sportlehrer kaum noch einen räumlichen und damit privaten und persönlichen Bezug zu dem einer Schule zuzuordnenden Verein haben, da sie in der Regel entfernt davon wohnen. Dieses Phänomen schlägt allerdings inzwischen zunehmend auch auf dem "Lande" zu Buche. 
Diskutiert man mit Vereinsvertretern oder auch Sportlehrern das Thema "Schule und Verein", werden häufig Klischees bedient. Von Vereinsvorsitzenden hört man: Die Lehrer allgemein, aber auch die Sportlehrer seien kaum bereit, sich über ihre schulische Verpflichtung hinaus zu engagieren; sie taugten wegen ihrer Besserwisserei und Arroganz nicht für eine Mitarbeit im Verein; sie verlangten überzogenes Honorar, u.a. Von Lehrern wiederum ist häufig zu vernehmen: Mit Vereinsbossen könne man nicht diskutieren, sie verharrten meist in alten Strukturen, akzeptierten neue Entwicklungen nur zögernd, blockierten den Nachwuchs in den Vereinsvorständen und seien Schulleuten gegenüber grundsätzlich misstrauisch, u.a.m. Hier gilt es weiterhin viele Vorbehalte auszuräumen, und der Sportkreis Region Kassel will sich bemühen, in nächster Zeit die wirklich an einem zielgerichteten Dialog zwischen den beiden "Lagern", interessierten Sportlehrer und Vereinsverantwortlichen aus dem Sportkreis, zusammenzubringen. Damit soll eine grundlegendeVerbesserung der Zusammenarbeit erreicht werden, was wir für unsere Vereinskinder und -jugendlichen, die alle zugleich ja auch Schüler und Schülerinnen sind, für bedeutend im Blick auf ihre motorische Entwicklung aber auch ihren Bildungsprozess insgesamt halten. 

Bewegung, Sport und Spiel in der Schule begründen sich nun mal anders als im Sportverein. Sie dienen hier nicht der Freizeitgestaltung oder leistungssportlichen Zielen, vielmehr sind sie als Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule in der Kompensation von Bewegungsdefiziten, der Vorbereitung auf die außer- und nachschulische Bewegungs- und Sportkultur sowie der Herausbildung von sozialen Kompetenzen als Beitrag zur einer ganzheitlichen Erziehung zu sehen. 
Dennoch gibt es eine Menge Schnittflächen zwischen den Intensionen beider Institutionen, die es lohnen, gemeinsam bearbeitet zu werden!
Es muss dabei vor allem auch bedacht werden, dass es seit wenigen Jahren einschneidende Veränderungen - für den Vereinssport positive und negative - in und an der Schule und damit für die Vereine völlig neue Herausforderungen gibt, die es zudem zu bewältigen gilt: Die Verkürzung der Gymnasialzeit (G 8) an - leider immer noch zu - vielen Kasseler Schulen, mit der Folge, dass unsere Kinder und Jugendlichen immer weniger Zeit haben, auch Sport zu treiben, sowie die zunehmende Abdeckung der Schullandschaft mit Ganztagsbetreuungsangeboten, was wiederum als historische Chance für den Sportverein gesehen werden sollte (s. hierzu auch die "Stellungnahme des DOSB und seiner Sportjugend zur gymnasialen Schulzeitverkürzung - G8" - nachzulesen unter www.dsj.de). 

Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen will der Sportkreis Region Kassel über die später aufgelisteten, bereits bestehenden vielfältigen Konzepte und Programme sowie geplanten zentralen Veranstaltungen sowohl des Landessportbundes/Sportjugend als auch des Kultusministeriums (die meisten davon sind gemeinsame Initiativen) hinaus eigene Initiativen entwickeln, etwa dahingehend, dass wir zunächstinteressierte Vereinsverantwortliche mit Sportlehrerinnen und Sportlehrern mit Vertretern der Schulaufsicht (Staatliches Schulamt), der Universität Kassel und der kommunalen Körperschaften (Sportämter) zusammenbringen, um überhaupt erst mal ins Gespräch und zu einen konstruktiven Meinungsaustausch zu kommen. 

Wenn bei einer Fachtagung "Schule und Sport" des DOSB und der Deutschen Sportjugend im zurückliegenden Sommer als Ergebnis postuliert wurde, "die Ganztagsschule ohne Sportverein ist ein Ding der Unmöglichkeit" und wenn eine Untersuchung laut "Sportentwicklungsbericht des DOSB zur Situation der Sportvereine in Deutschland" ergeben hat, dass weit über die Hälfte der Sportvereine bereits Kooperationen mit Schulen - in ganz unterschiedlicher Qualität und Intensität allerdings - pflegen, sollte es doch möglich sein, dieses Ziel auch in der Region Kassel zu erreichen ! Deshalb rufen wir hiermit alle Sportvereine des Sportkreises auf, die Chancen, die sich für uns durch die veränderten Rahmenbedingungen an den Schulen bieten, zu nutzen, indem wir ihnen vorurteilsfrei unsere kompetente und qualifizierte Mitarbeit anbieten.
 
 
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