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veröffentlicht am 19.03.2018

Runder Tisch für "Kindeswohl in Kasseler Sportvereinen"

Sportkreisvorsitzender unterschreibt Zuwendungsvertrag zwischen Stadt Kassel und Sportkreis

Runder Tisch für "Kindeswohl in Kasseler Sportvereinen"
Wie schon  in den vergangenen Jahren erfolgreich praktiziert, strebt der Sportkreis weiterhin  einen regel­mäßigen  Austausch mit seinen Sportvereinen an. Im Rahmen eines „Runden Tischs“ sollen die Vereine über aktuelle Angelegenheiten  und allgemeine Inhalte im Kasseler Sport informiert werden. Insgesamt sind in diesem Jahr im Kasseler Stadtgebiet vier Veranstaltungen „Runder Tisch“ aus den jeweiligen Stadtteilen vorgesehen. Beim  letzten Zusammentreffen von vier Auftaktveranstaltungen hatte der Sportkreis die Vereine aus den Stadtgebieten Betten­hausen, Forstfeld, Waldau, Niederzwehren, Helleböhn/Süsterfeld, Oberzwehren und Nordshausen in das Clubhaus der Sportvereinigung Olympia 1914 eingeladen.
 
Das „Kindeswohl im Sport“, bezeichnet als „Kasseler Modell“, stand beim ersten Treffen im Mittelpunkt.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung unterzeichneten das Sport- und das Jugendamt zusammen mit dem Sportkreis Region Kas­sel einen „Zuwendungsvertrag zwischen der Stadt Kassel und dem Sportkreis Region Kassel für die Orga­nisation und Durchführung des Kasseler Modells  zum Kindeswohl in Kasseler Sportvereinen“ unter dem Beifall der Vereinsvertreter. Sportkreisvorsitzender Roland Tölle erklärte den Vereinsvertretern: „Es ist für uns selbstverständlich, dass das Wohl, die Sicherheit und die körperliche sowie seelische Unversehrtheit der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen an erster Stelle steht. Mit dem Kasseler Modell wird aber auch gleichzeitig ein deutlicher Bürokratieabbau für die ehrenamtlich tätigen Vereinsvorstände erreicht. Die Ver­eine können nunmehr die Unterstützung der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen im Sportkreis in Anspruch nehmen“, so der Sportkreisvorsitzende. Dabei haben die Sportvereine verschiedene und individuelle Mög­lichkeiten der Organisation. Zunächst erfolgt eine Einschätzung der Situation der Vereine im Einzelge­spräch. Eine Einsichtnahme in ein erweitertes Führungszeugnis  kann auf Wunsch des Vereins über die Geschäftsstelle des Sportkreises, unter Einhaltung des Datenschutzes stattfinden. Regionale Schulungen werden vom Sportkreis in enger Zusammenarbeit mit der Sportjugend Hessen angeboten.
 
„Wenn Eltern ihre Kinder in einem Sportverein anmelden, wollen sie sich darauf verlassen können, dass sie dort vor Gewalt weitestgehend geschützt werden. Der Sportverein soll ein Ort sein, an dem Spaß und Bewe­gung im Vordergrund stehen. Allerdings habe die Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass eine beson­dere Aufmerksamkeit notwendig ist, damit mögliche Täterinnen und Täter die besonderen Rahmenbedin­gungen im Sport nicht für Grenzüberschreitungen und sexuellen Missbrauch ausnützen können“, so Ro­land Tölle.
Der zuvor von Der Kasseler Sportamtsleiterin Dr. Andrea Fröhlich als Vertreterin des Kasseler Oberbürger­meisters Christian Geselle, Roland Tölle als Vertreter des Sportkreises Region Kassel und Karsten Schwartz als Vertreter des Sportamtes Kassel unterzeichnete „Zuwendungsvertrag“ beinhaltet eine Zuwen­dung der Stadt Kassel für die Organisation und Durchführung des „Kasseler Modells“ für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Kindeswohlgefährdungen gemäß § 72a Sozialgesetzbuch VIII und den Auf­bau von Strukturen zur Sensibilisierung in Kasseler Sportvereinen durch den Sportkreis Region Kassel. Der Sportkreis übernimmt die Beratung, Sensibilisierung und Bearbeitung der Informationsarbeit mit den Kas­seler Sportvereinen hinsichtlich der Organisation und Durchführung des Kasseler Modells für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Kindeswohlgefährdungen. Zwischen der Stadt Kassel und dem Sport­kreis wird dafür eine Projektförderung vereinbart. Dazu beschäftigt der Sportkreis Fachkräfte, deren Qualifi­kationsprofil den Anforderungen des Arbeitsfeldes entspricht.
 
Als Präventionsmaßnahme sollten die Vereine nach Möglichkeit von allen Übungsleiterinnen und Übungs­leitern, die mit Jugendlichen oder Kindern arbeiten, ein Erweitertes Führungszeugnis einfordern. Das Erwei­terte Führungszeugnis  ist für den mit Kindern und Jugendlichen im Verein arbeitenden Menschen ein Ga­rant für Unbescholtenheit, für den Verein gar ein Qualitätssiegel. Mit der Einforderung eines Führungszeug­nisses soll auf keinen Fall der Eindruck einer Gängelung der Übungsleiter entstehen. Das Führungszeugnis wird alle fünf Jahre überprüft und verbleibt in der gesamten Zeit in den Händen des Übungsleiters.
 
Nach eingehender Betrachtung des Tagesordnungspunktes „Kindeswohl“  berichtete Dr. Andrea Fröhlich über die sehr erfreulichen Feedbacks von der „Sportgala 2018“, bei der in der ehrwürdigen Kasseler Stadt­halle 168 erwachsene, jugendliche und Sportler im Kindesalter für ihre sehenswerten sportlichen Erfolge bei Regional-, Deutschen, Europameisterschaften mit Bronze, Silber oder Goldplakette ausgezeichnet wur­den. Der sich anschließende Sportlerball gehört zu den höchsten gesellschaftliche Ereignissen Nordhes­sens und verlief mit „Glanz und Gloria“. Die nächste Sportgala findet am 23. März 2019 statt.
 
Der nächste Punkt war eine Information über den aktuellen Stand der neu zu bauenden „TASK-Halle“. Sie ist eine Drei-Felder-Halle, die unter Förderung des Landes Hessen von der Stadt Kassel und der Universität Kassel gemeinsam gebaut wird. TASK steht für „Transfer und Anwendungszentrum Sport in Kassel“ und ist eine Kooperation der Stadt Kassel und der Universität Kassel, die in dieser Form bundesweit bisher ein­malig ist. TASK beschäftigt sich mit sportbezogenen Projekten zum Wohle aller. Das Besondere an ihr ist, dass sie durch die Kooperation zwischen der Stadt Kassel und der Universität Kassel im Projekt TASK ent­steht. Dadurch kann auf Fördermittel des Landes Hessen aus dem Sonderinvestitionsprogram „Herausra­gende Sportlagen“ zurückgegriffen werden. Finanzielle Träger sind die Stadt Kassel, Universität Kassel und das Land Hessen. Gebaut wird sie federführend von der Stadt Kassel, hinter der Großporthalle Auepark (Damaschkestraße 25, 34121 Kassel).
Wie Karsten Schwartz zu berichten wusste wird es eine normale Drei-Felder-Halle. Zusätzlich entstehen Verwaltungsräume für TASK, ein Sport- und Bewegungsraum und  besondere Einrichtungs-Highlights die sich die Universität gewünscht hat; wie z.B. ein großes zu öffnendes „Loch“  in einer Wand für wissen­schaftliche Arbeiten z.B. für Studien bei Speerwerfern.  
Sie wird incl. Kunstrasenplatz ca. 6 Millionen Euro kosten. Der Kunstrasenplatz wird als Ersatz für den Weg­fall des Sportplatzes, auf dem die Halle entsteht, auf dem bisherigen Hartplatz der Sportanlage Auepark entstehen, eröffnet werden soll sie im Sommer 2019. Genutzt wird sie für TASK-Projekte, von der Stadt Kas­sel für den Schul- und Vereinssport (60%) sowie von der Universität (40%).
Ein intensiver Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen den Vereinsoberen beendete am späten Abend den runden Tisch.
 
 
Volker Hennig
 
Bildunterschrift:
Bei Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages: v. li.: Karsten Schwartz, Dr. Andrea Fröhlich, Roland Tölle
 
Foto:      Volker Hennig
 
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